Sodbrennen und saures Aufstoßen sind typisch für Reflux – aber nicht beweisend. Ähnliche Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Vor einer Operation muss die Refluxkrankheit deshalb objektiv nachgewiesen und eine Störung der Speiseröhrenbeweglichkeit ausgeschlossen sein. Welche Untersuchungen Sie brauchen, lege ich nach dem Erstgespräch gemeinsam mit Ihnen fest; vorhandene Befunde berücksichtige ich selbstverständlich.
Erstgespräch und Untersuchung
Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden, bisherige Behandlungen und Ihre Ziele sowie die körperliche Untersuchung. Bitte bringen Sie vorhandene Befunde und eine Liste Ihrer Medikamente mit.
Magenspiegelung (Gastroskopie)
Die Gastroskopie zeigt, ob die Speiseröhre entzündet ist, ob ein Zwerchfellbruch vorliegt und ob Veränderungen wie eine Barrett-Schleimhaut bestehen. Eine deutliche Entzündung (ab Grad B der Los-Angeles-Klassifikation) gilt bereits als Nachweis der Refluxkrankheit. Die Magenspiegelung führe ich selbst durch, auf Wunsch in einer kurzen Schlafnarkose (mehr zur Magenspiegelung).
Schluckröntgen (Videokinematographie)
Beim Schluckröntgen trinken Sie ein Kontrastmittel, während der Schluckvorgang gefilmt wird. Die Untersuchung zeigt die Anatomie des Übergangs von Speiseröhre und Magen, die Größe eines Zwerchfellbruchs und den Transport durch die Speiseröhre. Sie wird bei meinem radiologischen Partner, Prof. Pokieser, durchgeführt.
Hochauflösende Manometrie
Die Manometrie misst mit einer dünnen Sonde, die über die Nase eingeführt wird, die Druckverhältnisse und die Muskelbewegung der Speiseröhre beim Schlucken. Sie ist wichtig, um Erkrankungen wie eine Achalasie auszuschließen, bei denen eine Manschette schaden würde, und um die Operationstechnik zu planen. Die Untersuchung dauert etwa 20 Minuten.
24-Stunden-pH-Metrie bzw. pH-Impedanzmessung
Eine dünne Sonde, die über die Nase eingeführt wird, misst über 24 Stunden, wie oft und wie lange Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Die reine pH-Metrie erfasst nur sauren Reflux. Die pH-Impedanzmessung erkennt zusätzlich schwach sauren und nicht sauren Reflux – also auch Rückfluss, der kaum sauer ist, etwa unter Säurehemmern oder nach Mahlzeiten. Sie ist die genaueste Methode, krankhaften Reflux nachzuweisen, besonders wenn die Magenspiegelung unauffällig ist.
Während der Messung notieren Sie Ihre Beschwerden. So lässt sich prüfen, ob Sodbrennen, Aufstoßen oder Husten tatsächlich zeitlich mit Refluxereignissen zusammenfallen (Symptomassoziation). Das ist wichtig, um eine Refluxhypersensitivität – eine überempfindliche Speiseröhre bei normaler Refluxmenge – oder ein funktionelles Sodbrennen zu erkennen. Bei einer Refluxhypersensitivität ist der Nutzen einer Operation weniger sicher, bei funktionellem Sodbrennen hilft sie nicht. Für die Messung müssen Säurehemmer vorher meist für einige Tage abgesetzt werden; ich sage Ihnen genau, wie.
Manometrie und pH-Metrie werden an spezialisierten Einrichtungen in Wien durchgeführt; ich organisiere die Termine für Sie.
Wer braucht welche Untersuchung?
| Untersuchung | Wofür | Vor einer Operation |
|---|---|---|
| Gastroskopie | Entzündung, Zwerchfellbruch, Barrett, Ausschluss anderer Ursachen | immer |
| Schluckröntgen | Anatomie, Größe des Zwerchfellbruchs | immer |
| Manometrie | Beweglichkeit der Speiseröhre | oft |
| pH-Metrie / pH-Impedanz | objektiver Nachweis des Refluxes | wenn der Reflux nicht bereits anders gesichert ist |
Je nach Fragestellung können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, etwa eine Computertomographie bei sehr großen Zwerchfellbrüchen oder eine Abklärung der Magenentleerung.
- Gyawali CP et al. Updates to the modern diagnosis of GERD: Lyon consensus 2.0. Gut 2024;73:361–371
- S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis (DGVS, AWMF-Register 021-013), 2023
- Katz PO et al. ACG Clinical Guideline for the Diagnosis and Management of Gastroesophageal Reflux Disease. Am J Gastroenterol 2022;117:27–56
- Vakil N et al. The Montreal definition and classification of gastroesophageal reflux disease. Am J Gastroenterol 2006;101:1900–1920
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